Holzrisse Sternförmig

  • Hallo,


    Ich arbeite daran, mir meinen ersten Löffel zu schnitzen. Dazu habe ich natürlich das Holz aus dem eigenen Garten benutzt, das eh grad angefallen ist. Alles eher Sträucher als Bäume.


    Nun ist es so, dass sich bei sämtlichen Ästen und Stämmen Risse Sternförmig von der Mitte ausbreiten, eine Folge der Trocknung. Blöd natürlich, wenn man fein um die Risse herum arbeitet, aber dann ständig neue entstehen.


    Wo holt ihr euer Holz her? Extra trocknen oder direkt drauf los?

  • Entweder du nimmst frisches Holz und schnitzt den Löffel ohne Unterbrechung durch bis er fertig ist (also an einem Tag). Oder du nimmst wirklich durchgetrocknetes Holz (Halbiertes Stück Stamm ohne Kernholz). Durchgetrocknet heisst 2 Jahre langsam und trocken (nicht im beheizten Raum) lagern.

    Immer Stücke ohne Astansatz wählen.


    Wenn alles klappt kann sowas bei raus kommen (Salatbesteck aus Esche frittiert):


    Wer die Schönheit der Natur entdeckt hat und sie versteht, will immer mehr davon und was man liebt, schützt man :)

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  • Du sagst also, ich soll Holz vom Stamm nehmen, ohne Kern? Was ich bis jetzt hatte, war so 15cm dick, ungefähr 3 Wochen auf der Terrasse getrocknet. Die nächste Idee wäre gewesen, etwas aus einem toten Stamm aus dem Wald zu holen...


    Ach, PS: danach einfach Öl drauf auf das frische Holz?

  • Du sagst also, ich soll Holz vom Stamm nehmen, ohne Kern? Was ich bis jetzt hatte, war so 15cm dick, ungefähr 3 Wochen auf der Terrasse getrocknet. Die nächste Idee wäre gewesen, etwas aus einem töten Stamm aus dem Wald zu holen...


    Ach, PS: danach einfach Öl drauf auf das frische Holz?

    Antwort auf deine Frage: Ja, oder einem entsprechen dicken Ast. Muss halt so dick sein das trotz Halbierung noch der Löffel raus zu arbeiten ist.

    Wenn Trocknen dann wie von mir beschrieben.

    Totholz ist oft verpilzt, gammelt dir dann weg.

    Ölen nur wenn trocken, sonst dringt das Öl nicht tief genug ein. Wenn der Löffel fertig geschnitzt ist, kannst du ihn drinnen langsam (niemals auf er Heizung) trocknen. Dauert so 3 Wochen, dann ölen.

    Wer die Schönheit der Natur entdeckt hat und sie versteht, will immer mehr davon und was man liebt, schützt man :)

  • Hmmm... Mir ist es heute zum zweiten mal passiert, dass beim Arbeiten Risse entstanden sind. Heute habe ich einen Stamm von einem Strauch halbiert (vorhandenen Riss zum spalten genutzt). Wieder war es so, dass mehr und mehr Risse entstanden sind. Wahrscheinlich ist es so, dass wenn Holz einmal Risse hat, wahrscheinlich noch mehr entstehen.


    Ich hole mir Mal anderes Holz aus dem Wald, dann sehen wir weiter. Birke oder so, soll ja schön weich sein wenn es trocken ist.

  • Hej hej.


    Ich hab's irgendwann schon mal erzählt... Mein Grossvater hat immer nur trockenens Holz zum Schnitzen verwendet.

    Dazu hat er Holz in Wasser gelegt und beschwert. Immer mal wieder das Wasser gewechselt, bis das Holz von alleine am Boden blieb.

    Dann hat er das Holz aus dem Wasser geholt und einige Jahre langsam an der Luft trocknen lassen.


    Naja, er war Beamter bei der Reichsbahn, er hatte Zeit :D :D :D


    *winks* Ted

    PS: Ich bin umgezogen. Wer mich sucht, findet mich im Wald ;-) .

  • Das muss doch auch anders gehen...

    Habe ich ja beschrieben und ich habe nun schon einige hundert Löffel gefertigt, Met Krüge gebaut, Kuksas geschnitzt usw. usw.

    Kannst da ruhig auf meinen Rat eingehen ;)


    Gute Schnitzhölzer für den Anfang sind:

    Birke

    Pappel

    Linde

    Hasel

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  • Kannst da ruhig auf meinen Rat eingehen

    Ja ne, ich sage ja gar nicht, dass du was falsches sagst. Ganz sicher funktioniert das alles so, kein Problem.


    Aber: gehen wir jetzt Mal davon aus, dass jemand nicht professioneller Löffelschnitzer ist und sich daher einen Vorrat anlegt. Dass dieser jemand nicht zufällig ein paar Tonnen übrig hat, den Platz diese aufzustellen und das Wasser zu bewegen. Des weiteren gehen wir Mal davon aus, dass die Frau dieses Menschen ein eher begrenztes Verständnis für solcherlei Dinge aufbringt.


    Dieser jemand bräuchte also ein paar Tipps, wie er etwas zustande bringt, ohne Jahre auf das Rohmaterial zu warten. Tipps, wie man einfach Mal zwischendurch was schnitzen kann, relativ spontan. Auf der Terrasse, im Wald... Bock drauf und los.


    So etwas wie deine Liste der geeigneten Hölzer, sowas ist super.

  • Raus und frisches Holz schnitzen!

    Aber eben an einem Nachmittag fertig werden. Je eher man gleichmäßig viel Material abträgt desto geringer ist die Chance das was reisst.

    Muss man das auf mehrere Tage verteilen KANN man das Schnitzgut in der Gefriertruhe aufbewahren, auch das vermindert die Gefahr der Rissbildung.

    Am besten ist, man lernt das von jemandem in der Praxis. Ein nutzbarer SCHÖNER Löffel OHNE Zierrat darf nicht länger als ne Stunde dauern sag ich mal.

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  • Bushcraftcamp-Rhoen Dankeschön! Das sind einfache Handlungsanweisungen, genau für mich gemacht 😁


    Werde ich probieren, sobald der Sturm uns endlich in Ruhe lässt... Und direkt nach dem Löffel kommt der Bogen 😂

    Nach vielen Löffeln! ... Vom Löffel zum Bogen ist es ein seeehr langer und schmerzhafter Weg :D


    Der Sturm wütet hier gerade auch arg.

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  • ok, für Eilige gibt es eventuell ja auch einen Tipp aus der Bogenbau-Abteilung... da gibt es das gleiche Problem mit der Zeit und dem Trockenvorgang und dank der Weigerung der Amis sich an "das geht nicht" zu halten, haben wir da auch einen schnelleren Vorgang zum trocknen von Holz. Du baust eine Box (oder nimmt eine Röhre aus dem Kaminbau) mit einer Wärmequelle (zum Beispiel einer alten Glühbirne) und lässt das Holz darin trocknen. Ob Rinde dran oder ab, die Enden versiegeln oder nicht, kannst du experimentieren oder mal die Suchfunktionen bemühen, ich hab es nicht mehr präsent...
    Regelmäßig wiegen und wenn das Gewicht gleich bleibt ist es trocken.

  • wawa Danke auch dafür. Ich habe neulich Mal ein Video gesehen, wo jemand Haselnuss frisch geschlagen hat. Dann direkt vor Ort mit dem Beil schon Material von der Innenseite abgetragen, quasi alles grobe weg. Dann erst drinnen trocknen.

    Wobei ich meine, drinnen trocknet es schneller als draußen, was aber wieder die Gefahr von Trocknungsrissen erhöht. Vielleicht trifft das auf Hasel nicht zu, keine Ahnung. Muss ich einfach mal testen.


    Das mit dem Kaminrohr ist auf jeden Fall eine gute Idee, ich muss mir nur überlegen, was ich dann als Wärmequelle nehme, um das Teil zu backen...

  • Holz von draußen holen und in der Wohnung lagern gibt immer Risse.

    Kern trennen ist immer wichtig.

    Wenn du nur wenig schnitzt und aufhören willst, niimmst du deine

    abgeschnittenen Späne, vielleicht noch einen feuchten Lappen und

    den angefangenen Löffel und packst alles in einen Zip Beutel.

    Nun kann nichts trocknen, solange du nicht fertig bist.

    DEn Löffel sollte man aber nur 1-2 Tage in dem Beutel belassen, weil er später

    anfängt zu schimmeln.

    Holz muss langsam trocknen und momenatn ist es in Wohnungen extrem trocken,

    so dass das Holz viel zu schnell trocknet sich der Trockenheit anpasst.

    Holztrocknungsanlagen trocknen das Holz mit Wärme, aber sprühen ab und an
    immer mal wieder Wasser in die Kammer, damit das Holz ganz lagsam trocknet.



    Gruss

    Konrad