Feuerbohren - Erfahrungewerte

  • Foxy vs. Feuerbohren

    Vor vielen Monden hatt ich so ein Feuerbohrset schonmal in den Händen – da funktionierte es so sehr gar nicht, dass nichtmal ein Stück Holz warm wurde.

    Jetzt hab ichs nochmal angepackt – es ist ja schon ein must-have in den skillpoints oder: einfach etwas, das ich gern Können würde.


    „schei***e, ich kann nicht mehr!“

    Ich dachte das Problem mit mir und dem Feuerbohren wäre ein konditionelles Ding. Aber Durchhaltevermögen und Kraft sind eben nicht das Selbe.


    Aber alleine, diese BohrSpindel einzuspannen braucht einen Handgriff für sich, bei dessen Übung ich mir mehrfach halb die Finger gebrochen habe – den Kniff einmal raus, ist das dann Kickifax.


    Um Bogen, Griff, Bohrbrett und Bohrer / Spindel hab ich mir da noch gar keinen Kopf gemacht – das stand alles schon in bestem, idiotensicherem Zustand zur Verfügung.

    Ich hab mich viele Versuche lang über mehrere Tage am Stück abgemüht mit dem Feuerbohren – zum Wahnsinnigwerden! Anfangs funktionierte das überhaupt nicht.

    Ständig ist mir die Schnur nach oben von der Spule gerutscht. Egal wie ich gebohrt, meinen Arm gehalten und manchmal sogar zwischendrin noch geatmet habe, diese doofe Schnur rutschte immer wieder nach oben weg und der Bohrer hüpfte ständig aus dem Bohrbrett heraus. So ein Mist!





    Ich war mir schon fast sicher, dass ich einfach zu blöd für diese Bewegung des Bogenschiebens bin.


    Ich hab soviele Videos gesehen und auch ganz analog verschieden-begabte Menschen beobachten können, die das hinbekommen haben – das muss doch gehen!

    Der Gedanke „das muss doch..“ war vermutlich wenig hilfreich. Ich hab mir dann auch Dinge gedacht, wie „Wenn du das jetzt nicht schaffts, musst du heut Abend frieren und es gibt kein warmes Essen“

    Nunja, mit Gaskocher und Feuerzeugen, Zunderbomben und Kaminholzvorrat greifbar im EDC-Auto konnt ich mich da selber nicht so recht von überzeugen Aber wenn man sonst nix anderes hat ums warm zu bekommen, kann so ein Gedanke sicherlich motivierend wirken.


    Vielleicht achte ich auf zu viele Dinge gleichzeitig – ich hab im Kopf irgendwelche Lieder vor mich her gesungen und versucht, die Gedanken auszuschalten und eher nach Gefühl zu bohren – ein wenig half das.
    I'm Gonna Be (500 miles)


    Dann hab ich mir nen eigenen, neuen Bogen gebaut. Und schwupp ging das viel besser. Ich habe eigentlich nichts anders gemacht, aber die Bewegung funktionierte auf einmal – und es qualmte immerhin zwischen den Hölzern! Das ist mit Logik nicht zu erklären – vieleicht brauchte es einfach MEINEN Bogen und mal drüber schlafen.




    Yoah, Feuer is das aber auch noch nicht. Also musst ich nur noch an den ganzen anderen Faktoren schleifen:


    Immer wieder Bohrloch und Kerbe schnitzen üben [der Fehler kann im Detail liegen]

    das ganze Konklomerat so aufbauen, dass nix wackelt.
    Den Bohrer nicht ins nasse Gras legen.

    Immermal wieder dran denken, die Spindel wieder stumpf zu schnitzen.

    Genug Kleinholz parat legen.

    Das Griffstück bearbeiten, bis es gut zu meiner Hand passt.

    Die Glut ins Zundernest bekommen, ohne sie runterzuschmeißen.

    und was nichallesfürPiPaPo noch zu beachten ist …









    Am Ende wollt ichs völlig kraftlos mit einem letzten Versuch abschließen, bei dem ich nochmal eine andere Körperhaltung beim Bohren eingenommen habe und Gluterzeugung schon gar nicht mehr im Sinn hatte.

    Und plötzlich und unerwartet hatte ich doch tatsächlich Glut auf meiner Unterlage – und die landete im Zundernest und das ließ sich anpusten: ich hatte Feuer gemacht :huh::saint:










    Fazit


    „Mein Scheitern = mein Gewinn“ / „Versuch macht klug“ / Ein Blättchen Erfahrung ist mehr Wert, als ein ganzer Baum voller Ratschläge“ – nennts wie ihr wollt, Selbermachen hilft einfach enorm!

    Das war nun ein Erfolg bei besten Umständen und mit bereitgestelltem Material …

    Bei dem Versuch, bei dem es *YEEHAWW!* endlich vom Zeug parat legen bis zum Feuer geklappt hat, brauchte ich weder viel Kraft noch wahnsinnig starken Druck.


    Nun kann das Ganze immer wieder geübt und mit von A bis Z selber gesammeltem Zubehör versucht werden und das restliche Leben könnte man damit zubringen, sich an allen Varianten der Werkzeuge, Holzarten und Methoden des Feuerbohrens zu versuchen … hachja, nadannmallos

    ^^

    Wie gehts oder gings euch mit dem Feuerbohren so?

    VG Foxy

  • Coole Sache Foxy und mit Humor und Herzblut geschrieben. Irgendwie fühlst Du dch hier wohl, oder?

    „Das Leben wird zur Lüge, geht es nicht unter die Haut...“(Der W)

    „Life starts when you are out of your comfort zone „ (Jonna Jinton)

  • Ich empfinde das Feuerbohren selber als gar nicht so schwierig.

    Versuche es mal mit der Doppel-Kordel Version, da hast du weniger Durchrutschen, kein weg fliegen der Spindel, mehr Stabilität bzw. Kontrolle.

    Kannst du dir gerne bei mir ansehen.

    Gestern hatten wir knapp unter Null Grad mit recht feuchter Luft, teils mit leichtem Schneefall. Stehendes Totholz Hasel Spindel und Totholz Pappel Bohrbrett. Hat geklappt nach dem vierten Anlauf. Dauer ca. 20 Minuten insgesamt (mit Erklären, Pausieren etc.)


    Viel schwieriger ist es unter teils auch wirklich widrigen Bedingungen passendes Holz bzw. passende Holzkombinationen zu finden.


    Supi geschrieben, wie immer :*

    Wer die Schönheit der Natur entdeckt hat und sie versteht, will immer mehr davon und was man liebt, schützt man :)