Ein schöner Stock muss nicht teuer sein

  • Hier könnt ihr alles reinschreiben was euch in diesem Moment durch den Kopf geht, und von dem ihr meint, das die Welt es unbedingt noch rechtzeitig erfahren sollte.

    Und die Kröte war ein böser Geist, der die unartigen Kinder zu sich hinab in den Teich zog.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Kwasar ()

  • 2013 startete ich meine erste richtige Trekkingtour, ohne Plan hab ich mir nen 100l Rucksack von Pro Force gekauft und den vollgeknallt.

    Dann gings mit über 30kg Gepäck ab nach Schweden, nen Plan hatte ich keinen, dafür die schweren Bergstiefel an den Füßen.

    90km in 3 Tagen waren drin, aber dann ging nix mehr.

    Gelernt habe ich einiges seitdem wird mindestens etwas geplant, am Rucksack wird auch nicht mehr gespart. Die schwersten Stiefel sind nicht immer die besten und man sollte doch ein wenig aufs Gewicht achten.

    Seitdem geht die Trekkingkarriere gut nach oben.

  • Letzte Woche bei meinem ersten Winterfrühstück 2018 im Wald:


    - Es ist nicht gut, wenn das zweite Tarp / die Zweite Plane zu Hause liegen bleibt und du deine Sachen notgedrungen im Schnee ablegen musst.

    - Es geht nur recht und schlecht, mit dem Tangria und Alkohol Kaffee zu machen, wenn du auch die Vorwärmung nicht mitnimmst.

    - Lieber ein paar Socken weniger anziehen und dadurch genügend Platz in den (neuen) Stiefeln haben ist besser als die zusätzliche Dämmung durch die Socken


    Aber ansonsten war es ein wunderbarer Morgen.

  • Es geht nur recht und schlecht, mit dem Tangria und Alkohol Kaffee zu machen,

    Natürlich geht das ohne Vorwärmung.

    Einfach ein Streicholzdickes Zweiglein in den Alkohol tauchen,

    anzünden und in den Trangia stellen. Nun brennt das kleine Holzstück

    so lange, bis der Trangia verdampfen kann und selber brennt.

    Hat zumindest bis -14°C funktioniert.


    Gruss

    Konrad


  • Letztes Jahr im Sommer planten wir 6 Tage im wilden Sarek zu wandern. 2 Puffertage waren eingeplant, Verpflegung für 8-9 Tage im Rucksack, auch kleidungstechnisch waren wir mehr als gut ausgerüstet. Unsere übliche Tageskilometerzahl hatte wir aufgrund unserer Skandinavienerfahrung bereits deutlich heruntergefahren. Am ersten Tag kamen wir nicht sehr weit, da der Heli nach Staloluokta später flog als geplant. Am zweiten Tag stellten wir dann zähneknirschend fest, dass das Vorwärtskommen sich noch zäher gestaltete als erwartet, da es extrem viele weglose sumpfige und gestrüppige Stellen zu umgehen galt. Um einen bis 1,5 Kilometer voran zu kommen musste man ca. 3 bis 3,5 Kilometer Strecke machen, so dass auch die beiden Puffertage letztendlich nicht ausgereicht hätten. Schweren Herzens entschieden wir uns den großen Fluss zu furten und auf dem Padjelantaleden nach Kvikkjokk zu gehen.

    Auch wenn uns diese Entscheidung sehr gewurmt hat, zeigte sich dann doch, dass es wohl die bessere Alternative war. Das Wetter schlug des nachts um, es wurde sehr kalt und sehr stürmisch. Im den Höhen des Sarek lag dann auch Neuschnee. Evt. wäre es schwierig gewesen einige Tage später dort Flüsse zu furten, da es dann wieder etwas wärmer wurde und der Wasserstand sich aufgrund der Schmelze erhöht hätte.

    Auch der Padjelantaleden war dann wildromantisch schön und ziemlich einsam.

    Lerneffekt nebenher war, dass wir die tägliche Futterration noch zu reichlich bemessen haben.

    Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.

  • Ich hab immer Angst zu verhungern, vor allem unterwegs. Ich esse immer nur die Hälfte von dem, was ich die ganze Zeit mitschleppe.


    Vor zwei Jahren auf dem Limesweg: Eigentlich wollte ich mal eine ganze Woche am Stück rumlaufen. Aber meine Basis-Station hat mich mit dem angesagten Starkregen und dem Unwetter wuschig gemacht. Da meine Hängematte an kritischer Stelle eingerissen war, bin ich nach Hause zurück. Da die angesagten Unwetter nach einem Tag vorbei waren, habe ich meine Wanderung einen Tag später fortgesetzt (mit geflickter Hängematte). Irgendwie läuft mir diese Unterbrechung bis heute nach.


    Ob's ein echter Fail ist, weiß ich nicht, aber ich hatte meine Hängematte vorletztes WE etwas ungünstig abgespannt, so dass ich nicht rein kam. Weil's schon mitten in der Nacht war, hab ich's natürlich trotzdem versucht. Und nein, ich war nicht betrunken (wirklich nicht). Nach einer Stunde habe ich aufgegeben, das Ding komplett abgehangen, Karabiner aufgefriemelt und alles neu vertäut. Dann ging's.


    Fazit für sämtliche Unternehmungen, die ich bislang gemacht habe: Ich schleppe immer viel zu viel mit. Ich brauche nicht alles, was ich mitschleppe. Irgendwas fehlt immer.

    EDIT: Und ich habe schon viel zu viele Ausrüstungsgegenstände hier rumfliegen, die ich nie gebraucht habe und vermutlich auch nie brauchen werde.


    Das Baumkind

    Rechtschreibfehler bitte der Autokorrektur melden!

  • Moin.


    Anfang der 70er....

    Ja, ist lange her und es gab an Ausrüstung nix. Außer BW.


    Hatte mir so einen Alu- Gestell- Rucksack gekauft. Geld war ja auch knapp.

    Der BW-Rucksack war mir zu schwer.

    Dazu den BW Schlafsack mit Ärmeln und einen BW-Poncho.

    Alles Sauschwer.


    Nach einem Tag verdrehten sich die Streben am Alugestell - Rucksack.

    Am vierten Tag brachen sie ab. Waren ja nur genietet.Die Träger, mit Nieten befestigt, wurden unbrauchbar.

    Da stehste da mit einem unförmigen Sack der zu nix mehr zu gebrauchen war...



    Mein Fazit daraus : Nicht an den Basics sparen.

  • Muss so knappe 20 Jährchen her sein, so Ende der 90er, da hatten ein Kumpel und ich die Idee, wir könnten doch mal unsere Landkreisgrenze abwandern. Nachdem wir mal grob die Größe unseres Landkreises überschlagen haben dampften wir das Vorhaben auf die Stadtgrenze mit 55 km ein. Wie der Zufall es will hatte der Kumpel dann natürlich keine Zeit und keinen Bock mehr für so ein Vorhaben, also dacht ich mir: pf, Rucksack, Schlafsack, Zelt, hast ja alles.


    Also das ganze in drei schöne Etappen aufgeteilt, Packliste überlegt usw. Eigentlich war schon zu Beginn klar: für so ein Vorhaben vieel zu viel Zeuch dabei, jede Eventualität berücksichtigt. Aber von Tarps hatte ich keine Ahnung, ganz ohne Schutz wollt ich net, also Zelt eingepackt. Der Rucksack war definitiv älter als ich, Erbstück vom großen Bruder der damit Interrail-mäßig durch Europa gereist ist in seiner Jugend. Ja, das Tragesystem war also quasi nonexistent, die minimal gepolsterten Gurte gruben sich in die Schultern, um die Hüfte lag ein Nylongurt welcher schön den Rucksack am Körper hielt, Lastverteilung auf die Hüften, das war wohl ein Konzept welches das Teil nicht kannte. Nun gut, untrainiert und überladen machte ich mich auf den Weg, kämpfte mich recht detailnah an der Stadtgrenze entlang bis ich nach 12 km (und schon einigen Pausen) nimmer konnte. Meine Schultern taten weh, der Gurt belastete meine Brust so arg, dass ich ständig Daumen unterhaken musste (was dann sehr schnell zu schmerzenden Daumen führte).


    Jedenfalls brach ich das Ganze dann ab. Aber es reifen Pläne das doch noch durchzuziehen.


    Was zahlte ich brav in die Lehrgeldkasse? Vorbereitet sein ist gut, aber nicht jeder kleine Furz muss bei so nem kleinen Ding berücksichtigt sein. Vorbereitet sein heißt auch: Dein Tragesystem ist ALLES! Gefolgt von richtigen Schuhen. Bei Schei*wetter folgt die Kleidung. Ich bin zwar immer noch ein Gearhead (denn HABEN ist besser als BRAUCHEN), aber man muss ja nicht ALLES jederzeit dabei haben.

  • Vor einem Jahr wollten ein Kumpel und ich in den ''höheren'' Lagen im Harz zwei Nächte im Schnee übernachten.

    Er meinte, erst das Feuer anmachen. Ich meinte, erst das Lager aufbauen. Er setzte sich durch und wir versuchten tatsächlich

    über 1 1/2 Stunden vergeblichst das Feuer anzubekommen. Als Notkocher hatte ich so einen Topf Brenngel mit, den wir dann

    aufstellten und Holz drauf stapelten. Die Asche/Kohlestückchen fielen da rein ohne etwas wärmendes zu erzeugen und nach

    15 Minuten war auch das aus. Da fiel mir dann ein, dass ich mal was gelesen hatte, dass stehendes totes Holz in der mitte meist trocken und

    damit brennbar ist. Also im dunkeln (Nur eine Stirnlampe als Lichtquelle) auf Baumsuche und mit viel Geduld (vom Kumpel) ging

    nach weiteren 15 Minuten doch noch die erste Heizung an. Mit Lagerbau, Abendessen, Feuerholz für die Nacht/Frühstück waren wir dann in etwa

    bis Nachts um 3 beschäftigt.


    Abgebrochen hab ich aber nur einmal, als ich morgens um fünf raus wollte um auf unserem örtlichen Berg den Sonnenaufgang zu beobachten.

    Es war zwar saukalt aber in meinen guten Winterklamotten tut sicher auch unser Sommerschlafsack wärend des wartens, dachte ich.


    Wärend ich die ersten Sekunden lag, sah ich zu, wie schnell der Frost den Rucksack eroberte und hübsche Formen

    aus Eis darauf abbildete. Das war aber nur zwei Minuten interresant, dann fing ich an mit fluchen, und fragte mich, ob diese Sch... Sonne

    mit Absicht so verd... langsam aufging. Ich war dann vor Sonnenaufgang wieder zuhause im Bett wo meine ausdauernd kichernde Freundin

    wartete.

    Ich finds nicht schlimm, wenn ein Mann den anderen nach Tampon und Vaseline fragt um anschließend im Wald zu verschwinden. :D

  • So richtig schief gegangen ist bei mir noch nichts. Dafür mache ich mir im Vorfeld einfach zu viele Gedanken und versuche für die kleinen und größeren Aktionen möglichst "well-prepared" zu sein. Dennoch passieren mir immer wieder kleine Fehler und gerade aus diesen lernt man besonders viel. Da kann man noch so viel lesen wie man will und versuchen von den Erfahrungen anderer zu lernen. Aus meiner Sicht muss man alle Fehler selber machen, um sie stets im Bewußtsein zu haben. Und "kleine Fehler" habe ich schon viele gemacht.


    "Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten." Konfuzius


    Ein kleines Beispiel:

    Ich hatte mal so eine "Hobo-Phase". Zunächst mit dem typischen IKEA-Korb, dann mit anderen selbstgedengelten Dosen, schließlich bin ich beim Solo-Stove hängen geblieben. Der wurde auch ein halbes Jahr fleißig unter verschiedenen Bedingungen genutzt. So musste er auch vor ein paar Jahren auf einer winterliche Tour im Harz mit. Regen - Schnee - im Zielgebiet für die Übernachtung alles Totholz unter eine Schneedecke. Trockenes Zeug war nicht zu finden. Auch das typische, trockene, kleine Zeug in den unteren Etagen der Nadelhölzer war einfach nur NASS! Keine Chance den Kocher zum Laufen zu bringen. Zum Glück war ich nicht der einzige, dem dieses Mißgeschick unterlaufen ist. Jedenfalls waren wir sehr froh, den Gaskocher vom Tourkameraden nutzen zu können. Dabei wäre es so einfach gewesen für den Fall der Fälle noch so eine Art Trangia und ein kleines Fläschchen Spiritus mitzunehmen. Die wenigen 100 g hätten den Kohl auch nicht fett gemacht. Seitdem ist das Thema Hobo als "Allheilmittel" für mich unten durch.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

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  • Einen hab ich noch:


    Letztes Jahr wollte ich UL unterwegs sein, also Zeug gepackt, Cubentarp, Fizan Compact, Polycryo- Groundsheet, Klymit insulated insulatet static v lite, Mountain Hardware Phantom 45 und den restlichen Kram.

    Hab das Tarp als Halbpyramide mit dem Trekkingstock aufgebaut und abgespannt, doof nur dass es nicht ganz eben war, aber ich dachte so "ach, das geht schon".

    Nachts kam dann die Erkenntnis:

    Klymit rutscht auf Polycryo, Phantom rutscht auf Klymit und Phantom rutscht auf Polycryo.

    Und zack den Trekkingstock umgeräumt und das Tarp lag auf mir. ^^stpd^^


    War nicht weiter schlimm, der Stock war fix wieder aufgestellt und das Wetter war auch gut, aber die Nacht war sehr unruhig, seitdem lass ich die Finger weg vom Polycryo und auf die Platzwahl wird nun mehr geachtet.^^shelter^^

  • Ich habe im Harz gelernt das es extrem unklug ist die Wege in einem Karstgebirge im Winter zu verlassen. Nicht alle Karstspalten und Löcher sind fein eingezäunt.

    Hätten andere Wanderer meine Pulka nicht gesehen wäre ich dämlicher Typ in dem noch dämlicheren und hinterhältigen Karstspalt wohl erfroren. Etwa 4m tief, 2,5m lang und maximal 70cm breit

    Dieses war komplett mit Schnee überdeckt und nicht zu sehen. Beim Sturz verlor ich die Pulka, die ist einfach über den Spalt weiter gerutscht. Die Wände der Spalte waren spiegelglatt vom herunter rinnenden Wasser welches schön homogen gefroren war. Grödel, Seil und eben alle andere Ausrüstung waren auf der Pulka, ich hatte auch im Kamingang (Beine oder Knie gegen die eine Seite, Rücken gegen die andere) keinerlei Halt und fiel immer wieder hinunter (so an die 20x hab ich es sicherlich probiert). unten lag etwa 1m Schnee dadurch hab ich mich nicht weiter verletzt. Weiterer Lerneffekt war, das man nur rufen sollte wenn man der Meinung ist das es sich auch lohnt, man verausgabt sich schneller als man denkt und dann ist die Stimme weg wenn man sie brauchen könnte. Die Wanderer haben gesagt das sie mich erst gehört haben als sie fast direkt an der Spalte standen. Am Ende haben sie mir raus geholfen und alles war gut.

    Jetzt mache ich mich vor Touren auch etwas über die Geologie des angepeilten Gebietes schlau, habe Signalgerät (und je nach Gelände Seil) am Mann und nicht auf der Pulka und bin bei Schnee doppelt vorsichtig. Und es macht ggf. Sinn eine Stocherstange zu verwenden.

    Wer die Schönheit der Natur entdeckt hat und sie versteht, will immer mehr davon und was man liebt, schützt man :)

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  • Und es macht ggf. Sinn eine Stocherstange zu verwenden.

    Ooooh ja! Das ergibt sehr viel Sinn. Ich hab mal unterm Schnee einen Bach entdeckt ohne Stocherstange. Zum Glück hatte ich Wechselsocken

    mit und mit Schnee abgerieben waren die Schuhe und Hose auch schnell trocken.

    Ich finds nicht schlimm, wenn ein Mann den anderen nach Tampon und Vaseline fragt um anschließend im Wald zu verschwinden. :D

  • Dann schreibe ich auch mal was...

    Es ist 2005, ich bin grade 18 und habe in Bezug auf mein Erfahrungslevel das Niveau: Hat das "Survivalbuch" von Fähnlein Fieselschweif aus der Mickey Maus-Zeitung gelesen. Kennt vielleicht noch der ein oder andere, das war DAS HIER. Mit anderen Worten: Von Tuten und Blasen keine Ahnung.

    Natürlich will man in dem Alter dann einen auf dicke Hose machen. So lande ich dann mit drei anderen Leuten mit sehr beschränktem Wissen in den Alpen (bzw. am Alpenrand) und beschere mir selbst meinen Albtraum schlechthin. Die Kurzfassung: Wir campen im Tal, ich will am späteren Mittag noch eben "erkunden", nehme selbstverständlich keinen Kompass und keine Karte mit (und hätte beides auch nicht nutzen können, da keine Ahnung von nix), hab nur ein Beil und eine Buddel Wasser dabei und bilde mir ein dass es reicht wenn man, wie in dem Fieselschweif-Schinken beschrieben, Kerben in Bäume hackt um seinen Weg zurück zu finden.

    Mal abgesehen davon dass so eine Aktion richtig sch...e ist in Bezug auf Baumschädigung, fiel mir dann nach gut einer halben Stunde Marsch auf dass ich die Kerben wenn überhaupt beidseitig hätte anbringen müssen. Ihr könnt gerne drüber lachen, habt absolut Recht dazu. Mir ist damals aufgefallen wie strunzdumm und arrogant/eingebildet ein Mensch sein kann. Und weil man halt blöd ist, versucht man dann die Bäume mit den Kerben auf der verkehrten Seite wieder zu finden und verläuft sich entsprechend. Dann irgendwie versucht Höhenmeter zu machen um ein Indiz dafür zu finden wo das Camp sein könnte, so viel hat das Spatzenhirn noch hingekriegt. Lange Rede, kurzer Sinn: Zurückgefunden hab ich nicht mehr.

    Schwein habe ich insofern gehabt als dass es Sommer war und das Wetter gottseidank mitgespielt hat. Die Nacht vergesse ich aber nicht: Kein Shelter, leerer Magen, keine Ahnung davon wie man effektiv ein Rettungssignal sendet... Kurzfassung dazu wie das abgelaufen ist: Ich wurde von der Bergrettung dann wohl gefunden. Wahrscheinlich einer der geilsten Momente meines Lebens, denn: Wichtig bei der Story ist vor allem die Achterbahnfahrt der Gefühle. Von jugendlichem Übermut und voller Aufgepumptheit geht es dann über Furcht, Angst und Reue auf einmal zu totaler Erleichterung. Gefolgt von gesunder Bescheidenheit.

    Dass war dann auch die Lehre: Sich der eigenen Schwächen bewusst werden. Der Moment hat dann erst richtig Bock gebracht auf das ganze Thema Survival, Bushcraft und sonstwas. Seitdem bin ich was das betrifft auch gnadenlos ehrlich zu mir selbst und versuche seitdem zu lernen, was ich kann.

    Gibt da noch einige Szenarien die weniger schlimm verlaufen sind aber auch lehrreich waren, wenn jemanden das interessiert: Lasst es mich wissen und ich schreibe mehr.

    Das aber eben in die Runde geworfen um einen Punkt zu machen:

    Survival kann man nicht trainieren. Wenn überhaupt dann nur diverse Skills an sich. Aber echtes Überleben hängt halt immer irgendwie von zig Faktoren ab die nicht beeinflussbar sind, und eigentlich gibt es meiner Meinung nach auch keine "Survivalisten", sondern wenn überhaupt nur "Survivors". Ob man mich dazu zählen darf, weiß ich nicht - für mich sind Survivors Leute, die irgendwie unbeschadet durch den zweiten Weltkrieg kamen oder nach einem Flugzeugabsturz in Idaho irgendwie tagelang überlebt haben und gerettet wurden.

    Die Lehre ist dann auch ganz simpel: Sei dir deiner Grenzen und Schwächen bewusst. Die meisten Fehler passieren durch Überheblichkeit.

  • Ralf Rathwulven Bushcraft , es kann wie in den meisten Fällen so auch bei dir gut ausgehen, es kann aber auch die letzte Erfahrung sein die man macht. So geschehen in Österreich diesen Winter, selbst die beste Ausrüstung hat da nichts geholfen.


    Insofern finde ich die Aussage mein Scheitern mein, Gewinn schon ziemlich grenzwertig wobei du das ja nicht gesagt hast ich meine das nur generell. Wir hatten auch vor den vielen Schnee zu nutzen und ein paar Touren zu machen, haben es dann aber aus mehreren gründen abgeblasen wobei die Situation als wir es vorhatten bei weitem noch nicht so zugespitzt war.


    Bei den Todesfällen hat sich eines wieder gezeigt, Erfahrung bzw. Alter schützt vor Torheit nicht!

  • [...]

    Insofern finde ich die Aussage mein Scheitern mein, Gewinn schon ziemlich grenzwertig wobei du das ja nicht gesagt hast ich meine das nur generell. [...]

    Die Aussage ist null Komma null grenzwertig, wenn man sie nicht aus dem Zusammenhang reißt. Kwasar hat ja in der Überschrift und im Eingangsbeitrag gabz klar gemacht, dass es um Erfahrungen geht, die man gemacht hat und aus denen man lernen konnte.


    Outdoor73 , du bist seit kurzem hier bei uns. Bisher bist du eher durch destruktive Beiträge aufgefallen. Es wäre schön, wenn du künftig nicht an jedem alten Thread herumnnörgelst, sondern dich konstruktiv einbringst.

    ~ Die Natur ist die beste Führerin des Lebens ~

  • Die Aussage ist null Komma null grenzwertig, wenn man sie nicht aus dem Zusammenhang reißt. Kwasar hat ja in der Überschrift und im Eingangsbeitrag gabz klar gemacht, dass es um Erfahrungen geht, die man gemacht hat und aus denen man lernen konnte.


    Outdoor73 , du bist seit kurzem hier bei uns. Bisher bist du eher durch destruktive Beiträge aufgefallen. Es wäre schön, wenn du künftig nicht an jedem alten Thread herumnnörgelst, sondern dich konstruktiv einbringst.

    War das nicht konstruktiv, allein wenn man die Ereignisse dieses Winters bedenkt? Ich habe doch geschrieben das es Erfahrungen gibt die man das letzte mal macht, es ist nicht wie beschieben bzw. angemerkt so das diese Erfahrungen immer gut gehen und man einen Lerneffekt hat, es kann auch ganz anders laufen. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt, dieses im Hinterkopf zu haben finde ich sehr konstruktiv als Anmerkung!

  • Mein Erlebnis am WE war das sich mein Gepäck durch schlechtes Festbinden bewegte und vorm Auspuff hing.

    Mitte der Rückfahrt vom Elefantentreffen am Nürburgring war dann der Packsack, der Beutel von der Therm-A-Rest und der vom Helinox Cot One durchgeschmort.

    Zum Glück sind die Inhalte verschont geblieben.

    Merke: LASI (Ladungssicherung ) macht nicht nur bei LKW Sinn.

    Gruß"Seemann"

  • Meine Erfahrungen beziehen sich auf den Wind Chill Faktor.

    2013 begann ich meine Ausbildung zum Forstwirt in der Thüringer Rhön, da diese ländliche Gegend eher karg bewohnt ist, bzw nicht unbedingt vor Azubigehalt taugenden Wohnraum strotzt, war pendeln angesagt. Wohnung und Geländetaugliches Auto waren aber nicht Lohn-konform.

    Die Lösung: Ein Quad! Für einen guten Preis ergatterten meine damals Verlobte und ich eins dieser Gefährte. Da meine Ausbildung durch lange Theoretische Einheiten unterbrochen war und das meist im Winter machte ich mir wegen Kälte keine Sorgen, zumal ich ja nen ,,harter Rhöner Forstwirt" bin. Ehrlicher muss man sagen, ich war ein verfluchter Idiot ! Meine Erfahrungen bei -18C acht Stunden zu arbeiten ließ sich nicht auf 17km bei 80kmh und einer Temperatur von -5 C umdenken.

    Meine Jacke hielt dem Wind gut stand, und die Beine waren durch die geschlossene Konstruktion des Quads und die Wärme vom Motor gut geschützt. Hals und Gesicht schützte der Helm und die Sturmhaube.

    Aber die Finger konnten die veralteten Handschuhe nicht schützen. Nach gerade mal 5km Fahrt bei -2C war jegliches Gefühl weg. Es tat schon nicht mehr weh! Die Finger und gerade die Knöchel hatten sich da teilweise schon leicht ins Weiße verfärbt. Also musste ich anhalten meine Finger auf den Sattel legen, mich draufsetzen und die Motorwärme und Körperwärme nutzen die Finger schmerzhafter Weise wieder gängig zumachen.

    Fast vier Jahre lang war mein Quad bei jedem Wetter mein Mittel der Wahl um zur Arbeit zu kommen, jedes Jahr hatte ich bis Mai zum Teil mit Schmerzen in den Gelenken zu kämpfen wegen schlecht behandelten Kälteschäden. Die Fahrten in Kälte werde ich jetzt nach Ausscheiden aus der Forsttätigkeit und jetzt wo ich seit fast zwei Jahren ein Geländewagen habe nie wieder so erleben. Aber ich weiß jetzt was wahre Kälte in unseren Breiten bedeutet. So lege ich bei Lagern immer wert darauf auch im Windschatten oder hinter einem Windfang mein Zelt aufzustellen.

    PS: Windabweiser am Lenker rissen bei den Revierfahrten regelmäßig ab und wurden nach dem dritten Mal nicht mehr ersetzt.