Kinder sind viel viel vieeel zuwenig in der Natur

In der heutigen Zeit sieht aber alles ein wenig anders aus.

Computerspiele boomen wie nie zuvor, Leistungsdruck, Helikopter Eltern und Vorbilder die das Kind vom "Abenteuerspielplatz" in das Wohnzimmer drängen.


Wo mir/uns früher noch vorgejammert wurde, dass wir zuviel Unsinn im Kopf haben:

"Der Bengel ist ein ungezogener Bummler",

wird heute, so auch hier und jetzt, über fehlenden Naturbezug gemosert.


In der Tat ist dieser aber nunmal sehr wichtig. Weniger für die Entwicklung des Kindes ansich, die entwickeln sich auch ohne Wald und Wiese. Aber für die Entwicklung eines gesunden Naturverständnis, sollte gerade im Kindesalter auch ein wenig Natur geboten werden. Vorallem Stadtkinder kommen nicht unbedingt alleine auf die Idee in den Wald zu gehen. Hier sind die Eltern gefragt.

Bei uns Bushcraft-Freunden sehe ich wenig Handlungsbedarf. Auf den Treffen laufen die Kids Barfuss am Lagerfeuer rum, klettern auf Bäume und schauen zu wie ein grosser versucht mit Flintklingen das Wildschweinfell zu schaben. So auf unserem BCF Treffen im Sommer 2017 wieder erlebt.

Cool. So muss das!


Vielleicht halten uns viele ja für etwas bekloppt. Aber mal im Ernst: Wenn ich die Fotos im Bekanntenkreis zeige, heisst es häufig: "Haach da hätte unsere Jule bestimmt auch Spass gehabt"

Ja! Hätte hätte hätte!

"Dann mach doch"

Wir sind schliesslich kein elitärer Verein den sich keine Sau leisten kann und wir haben auch keine komischen politischen Ambitionen. Wir sind einfach ganz normale Bushcrafter die dem einen oder anderen, die Gebühr für den Waldkindergarten hätten sparen können. Was nicht bedeutet, dass Waldkindergärten doof wären. Ich finde das Konzept sogar sehr geil. Aber es ist leider etwas "besonderes" in unserer Gesellschaft. Und DAS finde ich weniger geil.


Resumee? Keine Ahnung!

Weder habe ich Kinder, noch bin ich Pädagoge. Aber vielleicht sollten wir mehr dafür geben, den Kindern das zu zeigen was uns grosse an der Natur so fasziniert. Ich mache das manchmal mit behinderten Kindern. Ist immer witzig! Manchmal auch frustend. Aber immer spannend zu sehen wie Kids die Natur annehmen.

Es muss nicht die grosse Wildnis sein.

Ein Stadtwald reicht.

Wer weiss?! Eines Tages wird der Waldspaziergang sonst vielleicht so unerreichbar und "irre" wie heute das "einfach mal im Wald schlafen"

Wäre doch schade!

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    Kommentare 4

    • Tja, was soll ich sagen? Bin neu hier, aber der Artikel hat was getroffen. Ich habe beruflich mit Kindern zu tun, und du hast zum Teil recht. Zum Teil?
      - Ja. "Weniger für die Entwicklung des Kindes ansich, die entwickeln sich auch ohne Wald und Wiese."
      Dem stimme ich nicht, bzw. nur teilweise zu, denn:
      1. Krabbeln, laufen, rennen, schwimmen, fallen, sich verletzen etc. gehören in einen ordentlichen Lernprozess.
      2. Sehen, hören, riechen, schmecken, beGREIFEN der Umwelt ohne "echte" Umwelt funktionieren nicht.
      3. Alles, was Kinder tun: Ausprobieren! Aber was probieren sie? Beobachtet mal! Das ist erstaunlich!
      4. Wir alle wissen heute, dass uns die Natur - die uns hervorbrachte und die uns am Leben erhält, ... - abhanden gekommen ist. Welch größeren Fehler kann man begehen, als dies nicht korrigieren zu wollen?

      Beste Grüße
    • Krasse Story. Die aber genau das zeigt was ich meine :-/
    • Als mein Ältester 2 1/2 war, bekam er sein erstes Taschenmesser. Es war ein Zweifingermesser, das mir einfach zu klein war.
      Die Spitze hab ich am Schleifbock abgerundet und die Schneide hab ich über ne Feile gezogen.
      Das Teil war so stumpf, das hat das Wasser nicht bis auf den Grund geschnitten.

      Mit dem Messer konnte er den Umgang üben, weg vom Körper usw.
      Schneiden und picksen konnte er sich definitiv nicht aber zum Rinde runterschälen hats gereicht.

      Als er im Kindergarten war, machten wir mal ne Wanderung durch den Wald zu einem Ausflugslokal, wo die Pänz sich schön austoben konnten und die Erwachsenen in geselliger Runde plauderten.

      Auf dem Heimweg wollte Filius nen Spazierstock haben und ich schnitt ihm ein Stück Hasel ab.
      Irgendwann wollte er dann auf meine Schulter und fragte mich ob ich sein Messer dabei habe.

      Als würde ich ein Messer mit in den Wald holen!? KLARO!!!

      Kurze Zeit später flogen mir rechts und links die Rindenfetzen um die Ohren.
      Es dauerte nicht lange bis wir von Kindern umzingelt waren, die voller Ehrfurcht zu meinen Sohn hinauf schauten und Sätze wie:" boah, der hat ein Messer" zuhören waren.

      Tja, irgendwann war dann auch ein anderer Vater neben mir, der immer mal wieder ungläubig zu meinem Sohn und zu mir rüber schaute.
      Es dauerte dann noch ca. 200m bis er dann im vollen Ernst fragte:"hat der das im Kindergarten auch dabei?"
      Mir ist fast de Hanni in de Matsch geflogen denn mit sowas hab ich nicht gerechnet.
      Soweit ich zurück denken kann, war ich mit Messer im Wald und hielt das für nichts außergewöhnliches wenn ich das bei meinen Kindern auch so mache.
      Ich versicherte im daraufhin glaubhaft, dass er im Kindergarten natürlich KEIN Messer dabei hat.

      Im Nachhinein ärgerte ich mich ein bisschen über mich selbst denn ich hätte sollen sagen:
      " NEIN, IM KINDERGARTEN HAT ER DAS GROẞE DABEI!"

      Wahrscheinlich hätte Super-Daddy dann für Montags das SEK vor den KG bestellt. ;P

      Gruß Marco
      • "papa, wir gehen in den wald. wir brauchen unsere messer." - "jap. ihr kennt die regeln!" - "ja, papa"
        ab geht es...natürlich wird geprotzt und geprahlt - im geheimen; aber nie werde ich eines vergessen:

        meine jungs, damals 8 und 5 gingen mit mir raus, und nem freund des älteren...er durfte mit, weil ich dabei war. natürlich kam mein älterer und sagte:"papa, ab hier wollen wir alleine spielen!" - klar. kurze anweisung wiederholt, wie mit messer umgegangen wird, ruhe. halbe stunde später: musik aus dem wald!
        nachschauen.
        der andere junge hatte in seinem rucksack ein tablet und lautsprecher!!!

        meine fanden das cool...aber ich glaube sie waren für ihn cooler, denn: sie hatten messer, niemand hatte verboten auf bäume zu klettern, und sie wussten, was sie taten. der andere erzählte nur...
        fand ich tragisch, bemitleidenswert, armselig...